top of page
3.png

Körper, Nervensystem und Klang
Wie wirkt was?

​​

Was bei Stress im Körper passiert

Stress ist nicht nur ein Gefühl oder ein Gedanke. Wenn wir eine Situation als belastend oder bedrohlich erleben, reagiert unser Körper automatisch. Herzschlag und Atmung können sich verändern, die Muskulatur spannt sich an, die Aufmerksamkeit wird fokussierter und der Körper bereitet sich auf eine Reaktion vor. Diese Aktivierung ist grundsätzlich sinnvoll. Sie macht uns handlungsfähig – zum Beispiel um uns zu wehren, wegzulaufen oder schnell zu reagieren. Ist die Situation vorbei und konnte die Reaktion abgeschlossen werden, kann die Aktivierung wieder abnehmen und der Körper in einen ruhigeren Zustand zurückkehren.

​

Wenn Aktivierung bestehen bleibt

Nicht jede Stressreaktion kann unmittelbar abgeschlossen werden. Manchmal können wir weder kämpfen noch fliehen. Wir müssen beispielsweise funktionieren, eine Situation aushalten, uns anpassen oder unsere Reaktion unterdrücken. Das Modell von Somatic Experiencing® geht davon aus, dass in solchen Situationen körperliche Aktivierung und unvollständig abgeschlossene Schutzreaktionen bestehen bleiben können. Diese können später erneut aktiviert werden – auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist. Das kann sich beispielsweise in anhaltender Anspannung, innerer Unruhe, erhöhter Wachsamkeit, Erschöpfung oder dem Gefühl zeigen, nicht richtig abschalten zu können.

​

Was macht Somatic Experiencing® damit?

SE arbeitet nicht nur über das Erzählen oder Verstehen einer belastenden Situation, sondern direkt mit den körperlichen Stress- und Aktivierungsreaktionen. Die Aufmerksamkeit wird gezielt auf die vorhandene Aktivierung gelenkt – immer in kleinen, dosierten Schritten. Dabei können beispielsweise Muskelspannung, Bewegungsimpulse, Atmung, Wärme, Druck, Zittern oder andere körperliche Reaktionen wahrgenommen werden.

Ein zentraler Bestandteil des SE-Modells ist, dass unvollständig gebliebene Schutz- und Abwehrreaktionen schrittweise zu Ende geführt werden können. Dadurch soll sich die damit verbundene autonome Aktivierung reduzieren und das Nervensystem wieder flexibler zwischen Aktivierung und Erholung wechseln können. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Aktivierung hervorzurufen oder eine belastende Erfahrung erneut zu durchleben. SE arbeitet bewusst langsam und dosiert und bezieht gleichzeitig Ressourcen und angenehme bzw. neutrale Körperempfindungen ein.

SE zielt darauf ab, chronische Stress- und Übererregungszustände zu reduzieren und die Fähigkeit zur Selbstregulation zu unterstützen.

​​

Und was macht der Klang?

Klang bringt einen zweiten Zugang dazu und wirkt auf physischer, emotionaler und geistiger Ebene. Schall ist eine physikalische Schwingung. Vibrationen können je nach Instrument, Lautstärke und Abstand im Körper wahrgenommen werden und auf Muskeln einwirken (Entspannung, Durchblutung, Schmerzlinderung). Klang kann Emotionen hervorrufen oder beeinflussen und so helfen, Blockaden zu lösen und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Zudem können Klänge Einfluss auf unsere Gehirnwellen haben. Neurologische Studien belegen, dass gewisse Frequenzen Hirnareale aktivieren, die die Konzentration und geistige Klarheit fördern. Die Forschung zeigt, dass Klangtherapie Stresshormone senken und die Schlafqualität verbessern kann. Manche Menschen erleben bestimmte Klänge als beruhigend, andere nehmen vor allem Vibrationen wahr oder reagieren emotional stärker darauf.

Der Klang wird als sensorischer Reiz eingesetzt – und die tatsächliche Erfahrung ist individuell.​

​

Das Ziel der Verbindung

Die Somatic Sound Session soll nicht einfach dafür sorgen, dass du dich für eine Stunde entspannter fühlst. Sie verbindet Stressregulation und Klangerfahrung, um einen Prozess zu unterstützen, bei dem körperliche Aktivierung abnehmen, Schutzreaktionen sich verändern und der Wechsel zwischen Aktivierung und Erholung wieder flexibler werden kann. 

Damit wird die eigene Körperwahrnehmung nicht zum Selbstzweck. Sie ist das Werkzeug, über das wir erkennen können, was im Stresssystem passiert und wie sich Aktivierung verändern kann.

​

​

bottom of page